Bergwanderung - Vom Tegernsee ins Isartal
Eine direkte Linie
2012 habe ich das bereits gemacht, allerdings in umgekehrter Richtung und über die Kampen. Den Geierstein kenne ich noch nicht, also könnte das ein gute Idee sein. So eine Überschreitung von A nach B ohne Rückkehr nach A erfordert natürlich eine Gabelzugfahrt.
Kurz ist es noch still im Zug, bis dann an der Donnersberger Brücke zwei Gen-Z-Mädls zusteigen und die Vierer-Sitzgruppe neben mir belegen, die Muttern schon am Hauptbahnhof mit Skistöcken und Rucksack "reserviert" hatte. Ich vermisse schon jetzt meine Ohrstopfen.
Die BRB macht es in Gmund dann noch einmal spannend. Wie knapp kann man den Umstieg in den Bus wohl gestalten? Bequeme fünf Minuten werden auf 55 Sekunden reduziert. Endlich sitze ich zusammen mit Osteuropäern, die zu schlecht bezahlten Jobs gefahren werden, im Bus und genieße die Sightseeing-Tour durch Bad Wiessee, das schon einige lost places aufzuweisen hat.
Bloß weg hier. Die Bergwanderarmee rückt in ihren Verbrenner scharenweise an. Zone 30 ist nur ein Hinweis, der nicht beachtet werden muss. Die Passage entlang der Piste des DSV-Leistungszentrums ist auch nicht gerade eine landschaftliche Augenweide. Gibt's hier überhaupt Schnee im Winter? Erst als ich in den Wald des Zwergelbergs eintrete kann ich abschalten.
Ich wusste gar nicht mehr, wie schön die Aussicht vom Waxlmoos ist. Das muss ich mir merken und später einmal mit größerer Fotoausrüstung anrücken. Was folgt, ist längst bekannt. Den Weg vorbei an der Aueralm und über den Ostgrat des Fockensteins spule ich ab, um nach 2h15m bereits auf dem mittelmäßig besuchten Gipfel zu stehen. Die Luft ist klar und der Blick reicht weit.
Ganz plötzlich steigt die Besucherzahl rapide an. Für mich ist das das Signal zum Aufbruch in Neuland, weil ich ja auf dem Geierstein noch niemals war. Außerdem glaube ich zu diesem Zeitpunkt noch einen Geheimtipp zu entdecken: Der einsame Geierstein im schatten des vielbesuchten Fockensteins!
Warum kommen mir beim Übergang zum Geierstein eigentlich so viele Wanderer entgegen? Die wollen alle bestimmt nur von Lenggries direkt auf den Fockenstein, oder? Und warum kommen mir dann vom Gipfel des Geiersteins so viele Wanderer mit und ohne Hund entgegen? Als ich auf dem Geierstein endlich ankomme, ist hier bereits "Stachus im Berufsverkehr". Man findet kaum einen Platz für die Pause. Schlimmer noch, lohnt sich der Weg hierher wegen der Aussicht kaum. Der Blick zum Fockenstein ist durch hohe Bäume verstellt. Die Zugspitze kann man durch eine Lücke in den Bäumen ausmachen. Von wegen Zing, Geheimtipp!
Ich trete den Abstieg über den ruppigen Westgrat (Stellen T3) mit viel Gegenverkehr an. Vielleicht schaffe ich ja noch den Zug um 13:47 Uhr. Dafür müsste ich die ganze Aktion allerdings in 5h20h absolvieren. Irgendwann wird klar, dass ich dieses Ziel verfehlen werde, weil der Abstieg doch noch lang ist (abgesehen von den nervigen Blagen) und die Beine langsam schwer werden.
So bin ich dann eine dreiviertel Stunde zu früh dran und kann dabei zuschauen, wie andere Reisende die Sitzplätze im Zug bereits mit Handtüchern "reservieren". Und weil es ohne Spannung ja nicht geht, schafft es die BRB dann auch noch auf einer Stunde fahrt 15 Minuten Verspätung einzufahren. Der Sprint an der Donnersbergerbrücke wird mir noch lange in den Knochen stecken...
Hat sich das gelohnt? Vielleicht als Konditionstest, aber in ein Wanderbuch würde ich es nicht schreiben.







































