Eine Reise nach Oslo
Eine Rückkehr nach vielen Jahren ist wie ein Neuanfang.
Ich war schon mal in Oslo. Das ist allerdings über 20 Jahre her und damals habe ich dort arbeiten müssen. Ich denke, dass es die Oper und das Munch-Museum damals auch noch nicht gegeben hat. Egal, mit Oslo mache ich die jüngste Serie der Städtetrips in die skandinavischen Hauptstädte komplett. Tun wir mal so, als sei das alles neu für mich ...
Flug trotz Streik
Wie schon vor zwei Jahren bei der Helsinki-Reise streikt auch diesmal wieder jemand. Es sind die armen Piloten. Der Streik dauert zwei Tage und fällt damit sogar auf meinen persönlichen Abflugfreitag. Schauen die Gewerkschaften eigentlich vorher immer in die Buchungslisten, ob da der Zing drin steht?
Ich kann mein Glück kaum fassen, dass mein Flug dann doch stattfindet, und das sogar pünktlich und ohne weitere Hindernisse. Was da wohl der Haken dran sein mag...
Wer als Fluggast in einem Airbus A321neo mitfliegt, sollte den Sitzplatz 27C tunlichst meiden. 27C ist scheiße, weil er direkt gegenüber vom mittleren Scheißhaus liegt.
Memo an mich selbst: Beim nächsten Flug Gehörschutz mitnehmen, damit man nicht dem schlechten Englisch in der Reihe hinter mir zuhören muss.
Ankunft in Oslo
Der Flughafen ist unübersichtlich. Wo ist hier bloß der Ausgang? Alle Wege führen zu Gates, aber keiner zum Ausgang bzw. Bahnhof. Ich frage mal besser nach: "Hvor er utgangen?" Ach, die angesprochene Stewardess ist aus Finnland. Mea culpa. Gemeinsam suchen wir nach dem unscheinbaren Schild mit der Aufschrift 'utgang'.
Das Bild im Regionalexpress gleicht dem hierzulande in Deutschland. Es ist brechend voll. Soldaten fahren heim ins Wochenende, Berufspendler schauen mich mit müden Augen an. Ich bekomme gerade noch einen schmalen Klapp-sitz. Die weibliche Person neben mir quillt bereits über den Rand ihrer Sitzgelegenheit hinaus. Aber eines fällt auf: Ihren Müll bringen die Norweger ordnungsgemäß zum Mülleimer. Da könnten sich unsere Polacken aus der Ukraine mal ein Beispiel dran nehmen!
Im Hotel melde ich mich ordnungsgemäß auf Norwegisch an. (Das ist wie Fahrradfahren. Man verlernt es nicht.) Die nette Dame an der Rezeption ist ganz entzückt, als sie feststellt, dass ich ja ein tysk aus tyskland sei.
Hier fühle ich mich gleich wohl, ein wenig wie Zuhause. Was könnte ich mit dem angebrochenen und fortgeschrittenen Abend noch anfangen? Ach ja, ein kurzer Rundgang mit dem Fotoapparat wäre nicht verkehrt. Dabei könnte ich auch gleich den mittlerweile zum Standard gewordenen BicMac-BIP-Test hinter mich bringen. Umgerechnet 7,50 €! Das ist happig.
Ab jetzt esse ich ohnehin nur noch Fisch. Wenn schon teuer, dann wenigstens gut.












