Keine Tour auf die Ditzl

Wie nass können 1,4 mm Regen sein?

Der Wetterbericht verspricht zwar einen grauen aber dennoch weitestgehend trockenen Tag am Rande der der Allgäuer Alpen. Man könnte noch eine Schneeschuhtour versuchen. Doch das Datum ist verhext...

Schon während der Anfahrt regnet es noch recht kräftig. Das wird aber sicher im Zielgebiet besser. Steht ja auch so im DAV-Wetterbericht. 1,4 mm Regen mit 70% Wahrscheinlichkeit, das ist schließlich nicht mehr als erhöhte Luftfeuchtigkeit.

geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Tannheimer Berge


-/-

-/-

Winkl - Friedhof


Wandern: T1        Klettern UIAA: -/-         Klettersteig: -/-         Schneeschuhe: -/-

130 m / 130 m

3,1 km


00h59m32s

Selbst vor dem Autobahntunnel regnet es noch immer unangenehm gegen die Windschutzscheibe. Der Scheibenwischer quietscht. Hinter dem Tunnel sind nur die vom Iran-Krieg angetriebenen Spritpreise niedriger, nicht jedoch der Regen. Ob der kürzlich begonnene Iran-Krieg auch eine Einfluss auf die Regenmenge hat?

Als ich mich in den morgendlichen Reutter Berufsverkehr einreihe lässt der Regen dann allerdings doch nach. Die Berge schälen sich aus den Wolken. Hoffnung keimt auf.

Endlich am Parkplatz angelangt kippt die Stimmung dann schon wieder. Bereits von hier aus kann man die grünen Flecken der Ditzl erkennen. Obwohl ich mir mit dem großen Rucksack und den daran befestigten Schneeschuhen lächerlich vorkomme, gehe ich trotzdem los. Der Appetit kommt ja bekanntlich beim Essen, und vielleicht ist da oben ja doch genug Schnee...

Schon folgt die nächste Pleite. Der schnelle Abkürzer über die Enzianhütte ist wegen Wildschutz noch bis zum 15.05. gesperrt. Was das wohl für einen Wildschutzruhezone sein mag? Bestimmt wird dort das Wild nur deshalb angelockt, damit der Jäger freies Schussfeld hat und nicht versehentlich Bergsteiger mit orangenen Anoraks abknallt...

Die Aussicht auf noch mehr Forststraße verdirbt mir jedenfalls den Appetit. Irgendwie schwindet die Lust auf die Tour gewaltig. Die umliegenden Gipfel, allen voran die Gehrenspitze, hüllen sich auch schon wieder in diffuse Regenwolken ein. Ich entschließe mich die Tour abzubrechen und kehre um. Ein riesiger Hund kläfft mich an. Hoffentlich kann die maximal tätowierte Besitzerin das Vieh im Zaum halten.


Als ich den Motor starte, setzt der Regen wieder ein. Der Scheibenwischer quietscht. Die Regenmenge entspricht in keiner Weise auch nur annähernd 1,4 mm. Eher schon 1,4 cm bis 1,4 dm. Da wäre ich ganz schön nass geworden. Der Scheibenwischer quietscht immer noch erbärmlich. Das halte ich keine zwei Stunden aus. Also halte ich an, lasse mich von dem starken Guss in sekundenschnelle durchweichen und biege mit einem beherzten Griff den Scheibenwischerarm zurecht. Besser.

Der 11. März ist  einfach ein Scheißdatum. Nächstes Jahr bleibe ich da besser gleich einfach im Bett...


Zing • 11. März 2026