Endspurt nach Bornholm

Auf der Fähre fahren wird nie langweilig!

Meine dritte Fahrt mit der Hammershus und es wird nicht langweilig. Alles ist genauso spannend und aufregend wie beim ersten Mal. Nur eine Sache ist anders, als im vergangenen Jahr. Über Nacht hat sich das Wetter verschlechtert und beim Aufreihen der Autos in Mukran schifft es wie blöde aus einen tiefhängenden, grauen Himmel. Egal, ich bin jetzt hier, also fahre ich auch mit!


geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Ostsee


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Rønne

Sassnitz Mukran, Sandvig


Wandern: -/-      Klettern UIAA: -/-         Klettersteig: -/-       Schneeschuhe: -/-

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Auf der Fähre


Wenngleich heute nicht der Tag der Sonnenscheinfotos sein wird, so gibt es doch noch neu Fotomotive zu entdecken. Fährt man mittlerweile schon routiniert und mit weltmännischer Gelassenheit auf das Schiff auf, dann bleibt  genügend Zeit, um z.B. das Autodeck zu fotografieren.


Oder man kann dem Kaptein auf der Brücke dabei zuschauen, wie er den Leviathan aus dem engen Hafenbecken manövriert. Wie oft muss man hier eigentlich mitfahren, um auch mal einen Blick auf die Brücke werfen zu dürfen?


Die gesamte Überfahrt verbringe ich heute auf dem Sonnendeck. Da hat man heute seine Ruhe und es ist lange nicht so stickig wie im Bordrestaurant. Und so lange es nicht regnet, kann man sich hier so schön die Seeluft um die Nase wehen lassen. Ach, ich jetzt mit Kate Winselt am Bug der Hammershus, das wäre jetzt was. "Ich bin der König der Ostsee!"

Windenergie zur See


"Zing, die Windmühlen hast du doch schon im vergangenen Jahr ohne Ende abfotografiert!" "Ja, das stimmt, aber heute ist das Licht wieder ganz anders." Und so knattert der Verschluss gut 200 Mal, als die Hammershus die Offshore-Anlage Arkona mit ihren 378 MW Leistung passiert.

Das Licht ist heute wirklich besonders. Durch die dichte Wolkendecke entsteht ein fades Leuchten. Oft verhüllen Regenschleier Teile der Anlage in der Ferne. Sie sind der volatile Theatervorhang eines großen Offshore-Schauspiels...

How to setup a wind turbine at sea!


Wie stellt man eigentlich Windräder auf See auf? An Land habe ich das schon oft beobachtet. Große Fahrzeugkräne und vielleicht noch die Unterstützung von Helikoptern, schon steht das Windrad nach einigen Tagen funktionsfähig auf der Wiese. Aber wie macht man das auf See? Helikopter kann man in der steifen Brise kaum an Ort und Stelle halten. Schiffskräne schaukeln viel zu sehr.


Die Auflösung dieses Rätsels erhalte ich, als die Hammershus heute in Rønne einläuft. Dort steht ein breitbauchiges Schiff mit riesigem Kran und vier hohen Gittermasten. Diese Gittermasten sind stehen hoch auf, können jedoch durch den Schiffsrumpf bis auf den Meeresboden abgelassen werden. Wenn man bedenkt, dass die Ostsee an vielen Stellen kaum tiefer als 20 bis 30 Meter ist, dann wir daraus ein Plan, oder? Selbst hier im Hafen schwebt das Schiff wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche, damit der Kran festen Stand hat, um die Rotorblätter aufzunehmen. Was für clever!

Sandvig im Regen


Für die kurze Fahrt nach Sandvig brauche ich heute kein Navi. Die drei relevanten Kreisel auf der Strecke hab ich noch im Gedächtnis. Als ich hinter Hasle auf die Hügel hinauf fahre, fühlt sich das ein wenig wie Heimkommen an. Die Spritzer auf der Windschutzscheibe können meine Stimmung heute nicht mehr dämpfen. Und wieder entlockt es mir ein laut ausgesprochenes 'Mann, ist das schön hier.'


Zing • 3. September 2026