Zwischenstopp in Stralsund
Auf den zweiten Blick ...
Stralsund ist ein willkommener Zwischenstopp auf dem Weg nach Bornholm. Im vergangenen Jahr hatte ich die Stadt nur gestreift und in einem Außenbezirk übernachtet. Dieses Mal bin ich mittendrin unterwegs.
Die Fahrt hierher war kein Spaß. Totalsperrung der A9 auf der Höhe von Bitterfeld. Eine Stunde Zeitverlust. Und der Sprit ist hier oben auch schon sehr teuer.
Ich bin froh, als ich endlich Stralsund erreiche und in das Stadtzentrum einbiege. Die Gassen sind eng. Hier lernt man Langsamfahren. Als ob das noch nicht genug wäre, wird die fahrerische Geschicklichkeit im Hotelparkhaus auf eine letzte Probe gestellt, die sehr knapp zu meinen Gunsten ausgeht. Hoffentlich komme ich da jemals - am besten morgen früh - wieder heraus ...
Ich habe an alles gedacht, fast! Die Badelatschen stehen noch Zuhause. Ohne geh ich hier in keine Duschkabine! Da waren sie wieder, meine drei Probleme: nix gegessen, noch kein Stadtrundgang und überhaupt keine Addiletten ...
Hunger und Stadtrundgang ziehen mich so in den Bann, dass ich den frühen Ladenschluss von Stralsund verpasse. Also muss ich heute mit Straßenschuhen in die Duschkabine ...
Und Stralsund? Ich bin überrascht und zwar positiv. Nachdem der einzige bleibende Eindruck des vergangenen Jahres ein auf die Wade tätowiertes und offen zur Schau gestelltes Hakenkreuz meines Vordermanns in der Warteschlange beim McDonald's war, zeigt sich die Stadt heute von ihrer hellen und grünen Seite. Der Auslöser klickt noch recht oft. In der Altstadt könnte ich auch drei Tage am Stück mit der Kamera verbringen. Vielleicht ergibt sich morgen in der Früh noch eine weitere Gelegenheit zum Fotografieren, zwischen Schuhgeschäft und Weiterreise.

























