Müritz - Durch den Nationalpark
Von Wäldern, Vögeln und Libellen
Der Müritz-Nationalpark ist Deutschlands größter, terrestrischer Nationalpark und wurde gleich nach der Wende 1990 gegründet. Dies Spektakel aus Wäldern, Seen und Raubvögeln möchte ich unbedingt wandernd erschließen. Nur gehen die Uhren hier anders und ich muss meine Übermotivation noch ein wenig zügeln.
Warten auf den Bus
Der Bus kommt erst um 09:30 Uhr, Du Zing-Depp. Jetzt musst Du eine Stunde irgendwie herumbringen oder Du gehst nochmal zum Frühstück ...
Warens Lachmöwen haben gut Lachen, denn überall liegt hier Fisch herum. Ein ganz dicker wurde von einem großen Raubvogel verloren. Jetzt traut sich keiner mehr, schon gar nicht, als ich das Teleobjektiv zücke. Ich drehe unbeteiligt eine Runde um den Block, um dem morbiden Treiben eine Chance zu geben. 15 Minuten später ist der dicke Brocken jedoch einfach verschwunden. Im nahen Fischimbiss (DOCK 10) gibt es heute frischen Backfisch ...
Die übrigen Happen für die Lachmöwen sind nur noch kleine Fische.
Halt mal, was passiert eigentlich, wenn mir so ein Fisch auf den Kopf ...
Rund um Speck
Es gibt einen Nationalparkbus, der täglich außer Sonntags von Waren aus den gesamten Nationalpark durchfährt. Mit meiner Kurkarte (!) ist das sogar kostenlos. So lasse ich mich wie die Made nach Speck befördern, mitten ins Zentrum des Nationalparks.
Es wäre clever gewesen bis zur Haltestelle Käflingsberg zu fahren, denn da will ich eigentlich hin. Macht nix, dann sieht man mehr.
170 Stufen führen auf den Beobachtungsturm, der auf dem Käflingsberg steht und der gleichzeitg als Mobilfunkmast dient. Der Blick reicht weit. Da passt kaum ein nennenswerter Hügel zwischen hier und dem Horizont.
Speck war zu DDR-Zeiten wieder einmal nur für Offiziere der NVA erreichbar. In dem dunklen Eck werden die so manch wilde Party gefeiert haben. Den alten Gutshof kann man leider nicht besichtigen, dafür jedoch die alte Dorfkirche.
Nun bin ich schon fast zwei Stunden unterwegs und kaum weiter aus dem Speck gekommen. Es ist an der Zeit eine Richtung einzuschlagen.
Der weite Weg nach Waren
Es folgt der lange Weg durch den Nationalpark. Immer wieder laden 500...700 m weite Abstecher zu einem Abstecher zu den Beobachtungsständen an den zahlreichen Seen ein. Ich lasse fast keinen aus, weil man ja etwas verpassen könnte. Mir fehlt jedoch die Geduld, über die passionierte Vogelbeobachter verfügen. Nur einmal kann ein einen Blick auf einen Roten Milan erhaschen. Das interessiert die Profis jedoch kaum noch.
Ach ja, da ist noch der Warnker See mit den vielen Graugänsen. Die gibts aber auch an der Amper.
Was auch noch fliegt sind Libellen. Eher zufällig entdecke ich, dass man für die keine Makroobjektiv benötigt, sondern vielmehr ein Teleobjektiv mit brauch-barer Naheinstellgrenze. Damit lassen sich diese hektischen Insekten viel leichter verfolgen.
Endlich taucht Waren am Horizont auf. Erste Tropfen fallen schon aus dem Himmel. Ich bin aber nicht mehr in der Lage zu beschleunigen. Ich werde etwas nass und betrete mit Blitz und Donner die Hotellobby.




































































