Nach Hause wandern
Schluss mit Kreisbewegung
Ein Last ist von mir abgefallen. Die Gedanken werden nicht länger in eine Kreisbewegung gezwungen. Das Ziel, wenngleich noch in weiter Ferne, ist klar formuliert. Diesen Umstand möchte ich heute mit einer Streckenwanderung von A nach B feiern ...
Im Vorfeld überlege ich lange, was ich mit der neugewonnenen inneren Ruhe anfangen kann. Es gibt so vieles nachzuholen. Endlich Wasserfälle fotografieren? Dazu braucht es einen eher bewölkten Tag und mehr Wasser als das eines Dürresommers. Auf den Thaneller? Puh, da müsste sehr früh aufstehen. Warum nicht klein anfangen? Mit der S-Bahn nach Dachau und von dort zu Fuß nach Hause ist immerhin ein Anfang.
Wenn man samstags die erste S-Bahn um 05:15 Uhr nehmen möchte, dann muss man trotzdem früh aufstehen! Ich werde bereits einige Minuten vor dem Wecker wach und entschließe mich sofort aufzustehen, bevor die Gedanken doch wieder um die Arbeit kreisen könnten. Das frühere Aufstehen hilft mir. Ich werde langsam alt und daher im Bad auch langsamer. Vielleicht wechseln die Senioren deshalb auf dritte Zähne, weil die Reinigung im Zahnputzglas weniger Zeit beansprucht als das ausgiebige Bürsten der zweiten Zähne.
Mehr als 95% der heutigen Wanderung sind mir bereits bekannt. Dennoch wird der Kameraauslöser heute 130 Male betätigt. Es gibt eben immer etwas Neues zu entdecken. Kurz nach Sonnenaufgang sind heute z.B. die Amperauen zwischen Mitterndorf und Gündig besonders fotogen. Ein dünner Morgennebelschleier wabert über der ruhigen Wasseroberfläche. Die Wasservögel wachen gerade erst auf. Goldene Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch das dichte Sommerlaub der Bäume.
Sommerlaub ist das Stichwort. Der schmale Weg am Nordufer der Amper wird bei Feldeging noch schmäler. Bäume und Sträucher greifen von allen Seiten nach mir. Undefinierbare Stechinsekten suchen jede freie Hautstelle. Spinnweben kleben im Gesicht. Dieser Abschnitt ist im Winter eindeutig angenehmer zu begehen. Als ich endlich das Dickicht verlasse und auf der Brücke über die B471 stehe, beginnt doch tatsächlich eine Spinne mit Bau ihres Netzes in der Sonnenblende des Kameraobjektivs. Ein Himmelreich für eine zweite Kamera, die das jetzt fotografieren könnte ...
Ich bin heute mit der NIKON unterwegs, warum auch nicht? Ich erwische mich oft bei dem Gedanken daran, dass das eine oder andere Foto mit einer Fuji auf Anhieb besser gelungen wäre. Da wüsste ich sofort, welche Einstellungen erforderlich wären. Bei der NIKON she ich nur, dass ich den Nachmittag wohl mit Bildbearbeitung verbringen werde ...
Das Umspannwerk wird erweitert. Bald gibt es dort noch mehr Strom zu fotografieren. Wo gibt es den Schaltplan dazu? Bei aller Freude über die neue Stromverteilung gibt es dennoch einen kleine Wermutstropfen. Die Baustelle zwingt mich zu einem Umweg, weil der sonst übliche Fahrweg aufgrund des Baustellenbetriebs gesperrt ist. Beim Umweg im Graben neben den S-Bahngleisen finde ich ein seltsames Gerät. Da muss ich mal Heiko fragen, was das für ein Funkgerät sein könnte, wenn es denn überhaupt eines ist.











































