Astrofotografie - 4K-Video-Workflow
Unter macOS und auf dem Apple silicon ist alles anders.
Es ist sehr einfach mit Planetenkameras hochaufgelöste Bilder von Teilen der Mondoberfläche anzufertigen. Für Verarbeitung von formatfüllenden 4K-Videos des gesamten Mondes (oder der Sonne) fehlt jedoch noch ein auf macOS zugeschnittener Workflow.
Ausgangssituation:
Es ist recht mühsam eine Gesamtansicht des Mondes als Mosaik aus mehreren Einzelaufnahmen mit einer Planetenkamera herzustellen. Will man den Mond formatfüllend auf dem winzigen Sensor der Planetenkamera abbilden, dann könnte man jetzt die Brennweite reduzieren. Im Fall der ZWO ASI662MC wären das ca. 300 mm Brennweite. Dann würde die Teleskopöffnung nur noch D = 50...70 mm betragen. Das Auflösungsvermögen wird durch die geringe Öffnung reduziert sein. Möchte man hingegen mit einem 8"-Schmidt-Cassegrain bei f = 1.400mm ein formatfüllendes Mondfoto erzielen, dann benötigt man bereits einen APS-C-Sensor (ca. 24x16 mm²).
Moderne DSLM-Kameras erzeugen 4K-Videos mit eben jenen benötigten Bildabmessungen. In der Windows-Welt würde man die entstandenen MOV-Dateien einfach AutoStakkert zuführen und daraus per lucky imaging ein hochaufgelöstes Mondfoto erzeugen. Wenn die gleiche Operation in der macOS-Welt ausführen möchte, dann findet man zunächst keine kostenlose Lösung.
Nach einer längeren, ergebnislosen Diskussion mit Gemini und unter Einsatz natürlicher Intelligenz könnte ich nun folgenden, kostenlosen Workflow entwickeln und erproben:
Die Lösung:
Ein Testvideo ist schnell hergestellt. Man filmt einfach ein Mondfoto mit einer DSLM aus einem Buch ab. Eine Sequenz von 10 Sekunden Dauer genügt. Bei 25p/s entstehen so ein MOV-Film, bestehend aus 250 Einzelbildern.
Mit Hilfe von Davinci Resolve lässt sich die MOV-Datei in eine Sequenz aus einzelnen TIF-Bildern umwandeln. 250 TIF-Bilder verbrauchen recht viel Speicherplatz auf dem SSD. Hier waren es letztendlich 1,2 GB. Diese TIF-Dateien werden nun PlanetStackerX, eine nativen macOS-Anwendung, zugeführt, um mit dem Stacking beginnen zu können.
Einige Anwender berichten davon, das die Anwendung PlanetStackerX bei sehr vielen - was immer das heißen mag - TIF-Bildern abstürzt. In dieser Situation könnte man den Workflow leicht modifizieren. Die TIF-Dateien aus Davinci Resolve werden in einem Zwischenschritt von Siril in ein AVI-Video (.SER ist auch möglich) konvertiert und das AVI-Video dann an PlanetStackerX zur endgültigen Verarbeitung übergeben.
Zuletzt sollte sich jemand die Frage verkneifen, warum die AVI-Datei nicht direkt aus Davinci Resolve gewonnen wird. Das ist immerhin möglich. Ich habe es versucht. Mit den AVI-Files aus Davinci Resolve kann PlanetStackerX nicht arbeiten.

