Nebelwanderung vor der Haustüre
Bewegung ins Spiel bringen!
Pünktlich zum Wochenende liegt das gesamte Land wieder unter einer geschlossenen Nebeldecke. Das ungemütliche Wetter und die eigene Trägheit klingen bereits nach einer guten Ausrede. Aber der Bauch in meinem Spiegelbild sagt nur:"Tu endlich etwas!"
Beim Programmieren des astronomischen Almanachs funktioniert etwas nicht sofort. Deshalb gelange ich erst gegen halb elf vor die Tür. Der Landschaft ist Zeit heute egal. in dem grauen Einerlei lassen sich Morgen von Mittag und Mittag von Nachmittag ohnehin kaum auseinanderhalten. Ich könnte ein jpeg-Rezept für die grauen Tage in die Kamera laden: Vinterskog.
Die Sichtweite liegt z.T. unter 100 Meter. So kommt es denn auch auf den großen Feldern des Tertiärhügellandes zu einigen überraschenden Begegnungen mit Rehen. Es läuft immer gleich ab. Wir starren uns fragend an. Die jeweiligen Optionen werden gegeneinander abgewägt. Meist löse ich dann mit dem einfachen Griff zur Kamera die Situation auf.
Nur einmal wird es heute gelingen ein scheues Fluchttier auf dem Sensor zu bannen. Ein Reh springt einfach durchs Panorama.
Fotografieren ist heute ein Akt der abstrakten Kunst. Formen und Farben lassen sich nur erahnen, sind ein Versprechen, wie es hinter dem Nebel aussehen könnte. Eine einzelne Baumgruppe in der Ferne wird zu einem Objekt der Phantasie, das unbedingt untersucht und deshalb erreicht werden muss. Bei der weiteren Annäherung zerfällt der Traum jedoch in belanglose Farben und Formen.
Und dann kommt der Wald. Die Forstwege sind eisbedeckt und das bremst mich aus. Nochmal möchte ich nicht erleben, wie die 'Dicke Bertha' neben mir auf den Boden kracht. Also reduziere ich die Geschwindigkeit. 20% der Wegstrecke beanspruchen 30% der gesamten Zeit. Unter drei Stunden werde ich heute wohl nicht bleiben können.
Am Ende bleibt das Wohlgefühl der Bewegung, die warmen Füße und die Bildbearbeitung bei leckerem Kaffee. Mehr braucht es auch nicht, oder?





























