Astrofotografie - Sternbild Orion

Ein Bild aus dem schmuddeligen Seitenast unserer Heimatgalaxie

Drei klare Nächte kurz nach Neumond stehen bevor. Nach langer Deep-Sky-Abstinenz möchte ich es heute langsam angehen. Den Guerilla-Astrofotografie-Prozess hatte ich zuletzt bei den Kometen für mich entdeckt. Mit kürzerer Brennweite und etwas verlängerter Belichtungszeit soll heute das Sternbild Orion aufgenommen werden.

Objektiv(e), Teleskop(e):

Kamera:

Montierung:

Guiding:

Belichtung:


Objekte:


Bildbearbeitung:

NIKKOR 50mm/1.8 @ 1.8

NIKON Z5 @ ISO 800

ball head, tripod

manual every 9th image

360 lights á 5s        -/- darks          -/- flats          -/- biases


constellation Orion, M42, M43, NGC1977, IC2118, IC434, NGC2024, M78


Siril 1.4.1, CaptureOne 21

Zielsetzung:

Es soll überprüft werden, inwieweit eine für Halpha unmodifizierte DLSM für die Aufnahme der großräumigen Nebelstrukturen des Sternbilds Orion geeignet ist. Eine solch leichte Ausrüstung wäre dann geeignet, um Astrofotografie während Biwaknächten im Hochgebirge zu betreiben.


Aufnahme & Ergebnis:

Da für die Z5 bisher noch kein Kabelauslöser vorhanden ist, muss ich mich mit automatisch gesteuerten Sequenzen von maximal 9 Bildern zufrieden geben. Andererseits kann man diese erzwungene Pause dann auch gut zur "Nachführung" des Bildausschnitts verwenden. Für 30 Minuten Gesamtbelichtungszeit benötigt man insgesamt ca. 45 Minuten. Die Anreise zum Beobachtungsplatz oberhalb des Dorfes konnte per pedes erfolgen.

Die Bearbeitung des Summenbildes hat dann allerdings etwas länger gedauert. Größte Schwierigkeit war ein starker Helligkeitsgradient im unteren linken Bildviertel, der durch Münchens Lichtglocke hervorgerufen wurde. Je nach Parametrierung der AutoBGE von Siril, waren dann entweder Gradient und Nebel verschwunden oder beide waren auf dem Bild. Nachdem es der KI nicht gelungen war, die Aufgabe zufriedenstellend zu lösen, musste ich doch wieder meine natürliche Intelligenz einsetzen. Tatsächlich war es möglich den Gradienten aus der von starnet++  erzeugten starless Variante zu entfernen. Nach VeraLux_HyperMetric_Strech der starless Variante, konnten starless und starmask schließlich mit VeraLux_StarComposer zum Endergebnis zusammengesetzt werden. Einige hellere Sterne wurde nachträglich in CaptureOne mit einer künstlichen Halo versehen.

Als der Hexenkopfnebel (IC2118) sehr deutlich im Ergebnis zu erkennen ist und die großräumige Struktur von Banard's Loop das Bild fast vollständig ausfüllt, war der Test bestanden. Mit einer alltagstauglichen Fotoausrüstung lassen sich mit angemessenem Aufwand wissenschaftlich verwertbare Astrofotografien erstellen.




Verbesserungspotenzial:

Eine längere Belichtungszeit ist immer gut. Immerhin ist mit den hier gewählten Parametern (f=50mm, t=5s) und einer 64GB SD-Karte eine Gesamtbe-lichtungszeit von ca. 3,4 Stunden möglich! Das ist dann für den Fotografen eine Herausforderung.

Der Einsatz eines Kabelauslösers wäre ein Komfortgewinn.

Nachdem die entfernte Lichtverschmutzung im linken unteren Bildviertel dort starkes Bildrauschen hinterlassen hat, scheint ein klarer Himmel ohne störende Lichtverschmutzung der aussichtsreichste Verbesserungsvorschlag zu sein. Beim nächsten Biwak im April oder Mai werde ich es damit versuchen...

Zing • 19. Januar 2026