Astrofotografie - M45 Plejades

Die verschleierten sieben Töchter des Perseus

Die zweite Nacht in Folge deep-sky-Astrofotografie! Ich kann mein Glück kaum fassen. Wenn ich morgen nicht zur Arbeit müsste, würde ich am liebsten die ganze Nacht draußen bleiben. So muss ich mir jedoch gut überlegen, was ich mit der Zeit zwischen 19:00 Uhr und 22:00 Uhr anfange. Ob eine Stunde Gesamtbelichtungszeit für den Merope-Nebel ausreicht?

Objektiv(e), Teleskop(e):

Kamera:

Montierung:

Guiding:

Belichtung:


Objekte:


Bildbearbeitung:

CANON EF-L 200mm/2.8 @ 2.8

CANON EOS 750Da @ ISO 800

EQM 35 Pro

-/-

120 lights á 30s        -/- darks          20 flats          20 biases


M45, NGC1432, NGC1435


Siril 1.4.1, CaptureOne 21

Zielsetzung:

Irgendwann hatte ich die Plejaden auf einem APOD gesehen. Ein Nerd hatte 72 Stunden LRGB-Gesamtbelichtungszeit integriert. Ich wäre heute bereits damit zufrieden, mit einer Stunde Belichtungszeit die Reflexionsnebel NGC1432 und NGC1435 im direkten Umfeld des Siebengestirns zu registrieren.


Aufnahme & Ergebnis:

Ich Depp habe das Handy vergessen und ohne App kann ich eigentlich die Montierung nicht einnorden. Ich schätze, dass es ca. 19:15 Uhr ist und Polaris müsste im Polsucher zwischen 5 und 6 Uhr stehen. Eine Testaufnahme belegt die Richtigkeit. Erfahrung ist bei Stromausfall eben nicht durch KI zu ersetzen. Beim Einschalten der Montierung lerne ich, dass die Steuerbox die Polaris-Position im Polsucher auch anzeigt: 5:36 Uhr. (Viel schlimmer ist, dass ich später bei der Heimfahrt die Uhr im Auto sehe...).

Der Rest geschieht automatisch. Nach 1:05 Stunde sind 60 Minuten Gesamtbelichtungszeit im Kasten. Nur einmal musste ich eingreifen, als ein Flugzeug mitten durch die Plejaden geflogen ist!

Bei 0°C Außentemperatur benötigt man mit einer DSLR auch keine darks. Lediglich flats und biases werden angefertigt. Die werden auch für das nächste Foto verwendbar sein.

Die Verarbeitung in Siril dauert nicht lange. Die VeraLux-Scripte leisten dieses Mal ausgezeichnete Dienste und schon bald werden neben den beiden Reflexionsnebeln auch großräumige, galaktische Nebelstrukturen im Umfeld der Plejaden sichtbar. Es rauscht zwar gewaltig, andererseits wäre es noch schwieriger die schwachen Nebel aus der Aufnahme zu entfernen.

Übrigens werden die Plejaden von ahnungslosen Laien oft mit Kleinem oder Großen Wagen verwechselt. Nun, die Plejaden sind eben doch nur ein Kleinstwagen ...




Verbesserungspotenzial: Mit vier Stunden Belichtungszeit lässt sich die SNR verdoppeln. Das gewählte Setup ist dafür geeignet.


Zing • 20. Januar 2026