Nicht Rügen - Hiddensee

Eine andere Insel

Hiddensee ist nicht Rügen. Hiddensee ist kleiner, schmaler und autofrei. Somit verspricht Hiddensee mehr Inselgefühl, als es bisher das große Rügen bieten konnte. Wasser zu allen Seiten und viel Ruhe gehören zur Erwartungshaltung. Da ich heute nicht über's Wasser gehen möchte, geht es zunächst nach Schaprode, um von dort mit dem Fährschiff überzusetzen.

geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Hiddensee


Leuchtturm Dornbusch 72m, Swantiberg 65,5 m

Zum Klausner, Grieben

Vitte, Kloster


Wandern: T1      Klettern UIAA: -/-         Klettersteig: -/-         Schneeschuhe: -/-

320 m / 320 m

17,3 km


05h45m

Überfahrt Schaprode - Vitte


Es ist falsch 'autofrei' mit 'menschenleer' gleichzusetzen. Das wird mir klar, als ich auf den Großparkplatz (6,- €/d) von Schaprode rolle.  Wenn nur jedes Auto mit durchschnittlich zwei Personen besetzt ist, dann wird es voll auf Hiddensee.

Es wird auch voll auf dem Fährschiff (kostenlos mit Deutschland-Ticket). Immerhin kann ich einen guten Platz in der Ecke ergattern, der ideal für's Fotografieren ist.

In der enge Fahrrinne nehmen zwei entgegenkommende Fahrrinnen einen Segler in die Zange. Das war wirklich knapp. Nur ein anderer, so eine Art Aussteiger, hat das auch bemerkt. Sofort haben sich zwei gefunden und ein Gesprächsthema.

Von Vitte auf den Leuchtturm Dornbusch und den Swantiberg


Der neue Bekannte und ich marschieren unterhalb des Damms nach Kloster. "Die E-Bikes auf dem Damm machen mich ganz kirre." Im Verlauf unseres Gespräches begreife ich, dass es viel weniger Geld zum Aussteigen braucht, als ich ursprünglich dachte. Meine Pläne muss ich nochmal überdenken. Was braucht es für Glück und Zufriedenheit?

Unsere Wege trennen isch und ich will unbedingt zum Leuchtturm Dornbusch und zum Swantiberg, um die gesamte Insel überblicken zu können, Wasser zu allen vier Seiten! So richtig will auch das nicht gelingen. Die benachbarten Inseln sind nah und verschwimmen mit den Ausläufern von Hiddensee zu einer Masse.

In der Ferne lockt die weiße Kreideküste der Insel Møn. Bestimmt ist in Dänemark alles schöner und besser, außer der Sprache und Tiernahrung...

Auf dem Hochuferweg zurück nach Kloster


Nachdem ich mir den Gespinnstmottenschleim abgewischt habe, suche ich nach einem Rückweg mit Meerblick. Der Osten war mein Fehler, also zurück und nach oben. Oben ist immer gut. Der Hochuferweg ist da genau richtig. Der Ist schön und es gibt ein paar sporadische Ausblicke aus dem dichten Wald/Gebüsch auf die Ostsee. Beim nächsten Mal, sofern es das jemals geben sollte, würde ioch es jedoch wieder unten am Strand probieren. Dort gibt es einfach mehr Ostsee.

In Kloster ist der Besucherandrang nun am größten. In der Eisdiele bekomme ich Angst, dass der Kunde hinter mir in meine Hosentasche springen möchte. Das Eis schmeckt aber gut.

Jetzt bemerke ich übrigens erst, dass die Stabilisierung der "Dicken Bertha" noch immer ausgeschaltet ist. Mist!

Eine letzte Runde


Noch sind es zwei Stunden bis zur Rückfahrt mit der letzten Fähre. Würde man die mit Eisessen verbringen, dann hätte man ganz sicher dolle Bauch-schmerzen. Ich lasse mich zu einer kleinen Runde über Grieben und zurück nach Kloster hinreißen.

Es gibt hier übrigens doch Autos auf der autofreien Insel Hiddensee! Das Postauto kennt keine Gnade, auch nicht für Wanderer.


Erst jetzt in dieser Vorabendstimmung, die meisten Touristen mit E-Bike sind längst schon wieder mit der Fähre abgefahren, gefällt mir Hiddensee. Hiddensee ist wahrscheinlich mehr so eine Insel für eine Nacht...

Überfahrt Kloster - Schaprode


Es ist keine direkte Überfahrt. Es gibt noch einen Zwischenstopp in Neuendorf, was die ganze Fahrt nochmal um eine halbe Stunde verlängert.


Der Wind frischt auf. Von Westen naht eine Cumulonimbus (Cb) mit deutlich erkennbarem Wasserstrahl heran. Wir werden Hagen später nahezu gleichzeitig erreichen.


ZIng • 10. Juni 2026