Rügen - Ein Abschied

Die Insel ohne Insel-Feeling

Meine Reise nach Rügen endet heute. Bevor ich mich zu einem Resümee hinreißen lassen, möchte ich zuvor noch gerne ein paar lost places aufsuchen. Damit diese places auch lost bleiben gibt es keine Karte in diesem Tagebucheintrag. Auch auf eine Anfahrtsbeschreibung wird verzichtet. Nachahmer sollen es bitte genauso schwer haben wie ich. Und wenn jeder dorthin gehen würde, dann würden solche Ziele auch ihren Reiz verlieren.



geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Rügen


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Sassnitz, Prora


Wandern: T1      Klettern UIAA: -/-         Klettersteig: -/-         Schneeschuhe: -/-

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Fischfabrik


Die peinliche Feststellung gleich zu Beginn: Ich war auf der Suche nach einer ehem. NVA-Kaserne. Diese Einrichtung erfüllte alle Voraussetzungen dazu. Es gibt eine "Wache",  große "Fahrzeughallen" und eine riesigen, mit Betonplatten ausgelegten "Exerzierplatz". Und dann war es letztendlich doch nur eine alte Fischfabrik! Warum auch hätte man die Kaserne mit Kacheln auskleiden sollen..


Ich bewege mich auf verbotenem Terrain. Das macht mir nichts aus. Ich stehle nichts, ich zerstöre nichts und ich verdiene kein Geld damit.

Aber ein gruseliges Tiergeräusch jagt mir dann doch einen gehörigen Schrecken ein. Ich sehe mich schon von Bluthunden zerfleischt und schlimmer noch die zerstörte Kamera neben mir auf dem Boden liegen.

NVA-Kaserne


Ich finde die verlassene Kaserne doch noch. Die Einfahrt unterscheidet sich kaum von der einer Fischfabrik. Wer weiß schon, was die DDR-Ossis unter einer Fischereibrigade verstanden haben?


Leider überrascht mich ein frühes Gewitter. Die Eins hat kaum Platz zwischen Blitz und Donner, so dass ich mich in einer der alten Baracken für eine halbe Stunde unterstellen muss. Zu blöd nur, das die Dächer hier auch schon Löcher haben.


Die zahlreichen Garffito (dafür verhaut mich das Känguru) zeugen von einer eher linken Gesinnung. Da sag noch einer, hier im Osten sei alles von der Afd durchdrungen. Mir würde es übrigens ohne eure Schmierereien, ganz gleich in welcher Farbe, viel besser gefallen.

Die bösen Bauten von Prora


Parkgebühren von 1,50 €/h sind ganz schön happig. Dazu befindet sich alles hinter Zäunen. Am Strand kann man nach Mukran schauen und eine Fähre der Bornholmlinjen erkennen...

Dann finde ich doch noch einen Zugang. Man sollte hier nur mit Helm unterwegs sein. Der Zahn der Zeit nagt ungeniert am fast hundert Jahre alten Beton. Ist denen damals eigentlich der Beton ausgegangen, weil dort noch so viel mit Ziegelsteinen gemauert wurde? Vielleicht hat das Mauern einfach nur Menschen beschäftigt ...


Jetzt steht noch Binz auf meiner Liste. Beim ersten Kreisel nach dem Ortseingang wende ich jedoch gerne. Der Trubel geht mir auf den Sack! Jetzt reicht es auch mit Rügen.

Rügen-Resümee


Ist Rügen eine Insel? Alle sagen, dass es so wäre. Für mich hat es sich jedoch nicht wie eine Insel angefühlt. Um das bestätigen zu können, müsste ich zuerst die gesamte Küstenlinie einschl. aller Buchten und Bodden abmarschieren und wieder am Ausgangspunkt herauskommen. Rügen ist eine Insel, fühlt sich aber nicht so an.


Rügen ist groß. In sechs Tagen konnte ich nur das nördliche Viertel erschließen. Ich denke auch, dass mich das übrige Dreiviertel der Insel nicht so sehr interessiert. Es ist halt wie daheim. Da gibt es Orte wie GAP oder BGD und dann gibt es da eben die Gipfel.


Wieder Rügen? Zwangsläufig ja, wenn ich auf meine Lieblingsinsel will. Vielleicht sollte man Rügen aber auch eine zweite Chance geben, z.B. im Spätherbst oder gar Winter. Oder wie wäre Winterurlaub auf Hiddensee?


Egal, jetzt bin ich bereit für Neues und verlasse Rügen zunächst einmal über die Rügenbrücke. Ist Rügen wirklich eine Insel?


Zing • 11. Juni 2026