Südost bei Nordwest

Zwischen zwei Extremen

Klingt wie ein neues Krimiformat der ARD. Wie wär's mit uns Frau Christiansen? Aber Spaß beiseite, heute möchte ich endlich zum gegenüberliegenden Ende der Insel nach Dueodde. Dort findet man nicht nur Dänemarks höchsten Leuchtturm, sondern auch einen einzigartigen Sandstrand mit vorgelagerter Heidelandschaft. Und für die bessere Seite von Bornholm fällt mir auch noch etwas ein ...


geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Ostsee - Bornholm


-/-

Jons Kapel

Dueodde, Ringebakke brudet


Wandern: T2             Klettern fb: 4a               Klettersteig: -/-           Schneeschuhe: -/-

107 m / 107 m  +  165 m / 165 m

10,1 km  +  4,2 km


03h57m + 01h58m

Überschrift


Dueodde ist das Zentrum der Sommertouristen. Hier gibt jede Menge Camping-plätze und Ferienunterkünfte mit direktem Zugang zu Bornholms längstem Sandstrand.

Jetzt, in der sog. Zwischensaison, ist hier jedoch nicht mehr so viel los. Das Wetter ist bereits zu unbeständig und das Wasser viel zu kalt zum Baden. Mehr als Wadenhöhe lasse auch ich denn nicht bei meinem Strandspaziergang zu. Trotzdem gibt es noch ein paar Wahnsinnige, die mit Schwung und völlig nackt in die Ostsee rennen. Hoffentlich ruft da keiner um Hilfe ...


Mit dem Dueodde Fyr findet man hier mit 47 Metern Dänemarks höchsten Leuchtturm. Den könnte man in der Hauptsaison sogar besuchen. Man muss allerdings entweder vorher den Eintritt überweisen oder bar bezahlen. Kreditkarten nehmen die hier nicht. Der Strand ist bei polnischen Gästen sehr beliebt.


Und dann sind da noch zwei ehem. dt. Kanonenstellungen aus dem 2. Weltkrieg, als man die strategische Position von Bornholm in der Ostsee ausgenutzt hat.

Bouldern


Ich bin schon wieder im Westen von Bornholm angekommen und auf dem Weg zum Parkplatz, als ich im Steinbruch links von mir, einige Haken im rotorangen Fels aufblitzen sehe. Ich packe die Kletterschuhe aus und probiere mich spontan im Reibungsklettern auf den steilen Flanken. Bis ca. 50° fühle ich mich sicher. Bei größeren Steigungen verkrampfe ich schlagartig. Bei einem bodennahen Quergang scheitere ich immer an der gleichen Stelle ...

Jons Kapel


Jons Kapel ist ein Felsen an Bornholms Steilküste, der vom Meer aus wie ein Kirchturm aussehen soll. Zudem soll hier tatsächlich ein früher Missionar die ungläubigen Wikinger bekehrt und dafür diesen Ort genutzt haben. Eine Höhle diente als Rückzugsort und ein Felsvorsprung als Kanzel.


Nette Geschichte, aber nun zu den Fakten. Zu Jons Kapel muss man zunächst sehr viele Stufen absteigen. Auf ca. halber Höhe wird dann auch der Blick auf eine Brutkolonie der Kormorane frei. Dei Felsen leuchten im schönsten Guano-weiß.


Die See ist noch immer aufgewühlt und beim Betreten der Höhle muss man darauf achten, keine nassen Füße zu bekommen.

Der Ort ist gut besucht und auf so manches menschenfreie Motiv muss ich lange warten. Am ignorantesten sind dabei die deutschen Touristen. Proleten-pack!



Ja, und nun muss man all die Stufen wieder nach oben steigen.


Zing • 6. September 2026