Totale Sonnenfinsternis 2. Klasse
Maximal 89,9% Bedeckung von Süddeutschland aus.
Für Beobachter in Deutschland bleibt diese SoFi lediglich partiell. Dafür könnten die sonstigen Bedingungen nicht besser sein. Sommer, Sonne und ein wolkenfreier Himmel. Das Spektakel beginnt um 19:23 Uhr, also mit ausreichend Abstand zur Arbeit und genügend Puffer, falls die Bahn mal wieder ganz dolle versagt ...
Der Aufbau ist abenteuerlich. Das Dachfenster muss ich mit einer Reepschnur herunter binden, weil es immer wieder zurück in die Waagerechte möchte. Die Stativbeine stützen sich auf den Dachpfannen ab, eines hängt in den Dachstuhl hinein. Darauf das wertvolle Teleskop und die gute Kamera! Trotzdem ist das die beste Lösung, habe ich doch hier einen freien Blick zum Horizont.
Ich schieße mich an der unverfinsterten Sonne ein. Das Objektivsonnenfilter ist eines für die visuelle Beobachtung. Dementsprechend sind die ISO-Werte relativ hoch, um einigermaßen kurze Belichtungszeiten zu erzielen.
Um 19:23 Uhr ist es so weit, der 1. Kontakt. Von nun an beißt sich der Mond immer mehr in die Sonnenscheibe hinein. Manchmal fällt es schwer der Bewegung der beiden Himmelskörper zu folgen. 840 mm effektive Brennweite sind lang und die Sensorfläche (APS-C) schnell durchkreuzt.
Wir nähern uns dem Maximum der Finsternis. Ich bin etwas besorget, weil horizontnahe Wolken auftauchen. Letztendlich stören die Wolkenschleier dann doch nicht so sehr, sondern verleihen dem Bild vom Maximum sogar noch das gewisse Etwas, wenn man schon nicht den Diamantring oder die Korona sehen kann ...
20 Minuten nach der maximalen Verfinsterung geht die Sonne heute unter. Ich koste jede Sekunde bis dahin aus. Als Sonne und Mond gemeinsam unter den Horizont tauchen, entsteht die Illusion, als würden Bäume auf dem Mond wachsen ...










