visuelle Beobachtung mit großer Öffnungszahl

Deepsky mit einem Planetenteleskop

An einen Maksutov-Cassegrain würde man sicher zuletzt denken, wenn es darum geht in die Galaxien-Saison zu starten. An diesem Abend wollte ich dennoch ausprobieren, wie universell die "Planeten-Kanone" einsetzbar ist. Auf der Liste stehen sogar zwei prominente Galaxien.

Objektiv(e), Teleskop(e):

Okulare (Vergrößerung):

Montierung:


Zeit:


sky quality:

Skywatcher MAK 127/1500mm

TeleVue Panoptic 24mm (63-fach), Zenitspiegel

Skwatcher EQM-35-Pro


19.03.26, 19:00 - 21:00 MET


Bortle -/-               -/- vis. Grenzgröße                  -/- seeing

M48:  In dieser Region des Himmels an der Grenze der Sternbilder Wasserschlange und Einhorn ist nicht viel geboten. M48 ist eine der wenigen Ausnahmen. Der Sternhaufen stellt sich als Dreieck dar und kann mit dem 5-Zöller leicht in Einzelsterne aufgelöst werden.


M44, Praesepe: Der "Bienenkorb" ist eigentlich schon zu groß für den MAK. Bei 63-facher Vergrößerung überblickt man lediglich ca. 1° am Himmel. M44 verfügt hingegen über einen scheinbaren Durchmesser von 108'. Ich fahre über den Sternhaufe und erfreue mich an den deutlichen Farben der Sterne.


M67: Südlich von M44 im Sternbild Krebs ist ein dankbares Beobachtungsobjekt. Der offene Sternhaufen ist kompakt, füllt ca. die Hälfte des Gesichtsfeldes im Okular aus und lässt sich mit etwas Geduld in zahlreiche Einzelsterne auflösen. Allerdings liefert der MAK hier bereits ein sehr dunkles Bild ab. Entspanntes Beobachten ist das nicht mehr.


M65, M66: Die beiden Messier-Galaxien des Leo-Triplets sind die Feuerprobe für den MAK. Mit dem 9x50 Sucher stochere ich im dunklen Himmel herum und taste mich anhand der Sterne ins Zielgebiet vor (starhopping). Beim Blick durch den MAK erkenne ich zunächst gar nichts. Einige, sehr schwache Sterne stehen im Dunkel des Himmels. Ich bewege das Teleskop ein wenig in R.A. und Dekl. hin und her. Nichts. Ich will schon aufgeben, als die beiden Galaxien mir plötzlich ins Auge springen. M66, die "dickere" von beiden, steht auf der rechten Seite (Zenitspiegel!) und zeigt sogar etwas von ihrer Kernregion. M65 erstreckt sich links davon. Die Hauptachse der Ellipse ist parallel zu der von M66. Vor lauter Freude vergesse ich dann doch glatt, auch noch nach NGC3628 Ausschau zu halten...


Fazit: Es geht auch Deepsky mit einem MAK. Dennoch wird der MAK kaum zu meinem bevorzugten Hauptinstrument für die visuelle Deepsky-Beobachtung oder Astrofotografie. Bei f/12 werden die Sternscheibchen dann auch schon unangenehm groß ( b = 2,44 * λ * N ), was sogar gegen fotografische Versuche an offenen Sternhaufen oder Kugelsternhaufen spricht.  Der MAK ist eben in unserem Sonnensystem zuhause.

Zing • 19. März 2026