Bergtour - Anklspitz, Dürnbachwand, Schierseespitz
Ein wilder Weg auf den Brecherspitz
Die ruppige Tour über den Anklspitz zum Brecherspitz und von dort über den Nordgrat hinab fehlt noch in meiner Sammlung. Die OSM verspricht sogar ein T5-Abenteuer. Als Test und Training wäre das jetzt nicht schlecht.
Mal schauen, ob das linke Knie jetzt hält. Die Streckenwanderung vorgestern war jedenfalls recht befreiend für den eingeklemmten Nerv. Die Runde heute schätze ich mit ca. 850 Hm und ca. sechs Stunden Dauer ab. Wenn ich nach einer Stunde noch nicht auf dem Anklspitz bin, dann wird das heute nix.
Der Abzweig in den Wald ist mehr als unscheinbar. Es geht sofort und für die nächste halbe Stunde nur noch sehr steil nach oben. Um sieben Uhr sind zumindest die Temperaturen noch erträglich. Besser als gedacht, geht es aufwärts. Die Kondition passt, trotz vierwöchiger Pause,
das Knie hält und ist schmerzfrei. Nach vierzig Minuten seit verlassen des Parkplatzes stehe ich auf dem Anklspitz. Das ist ein ganz schön schmaler Gipfel. Walzer tanzen ist hier unmöglich.
Auf geht's zu den nächsten beiden Zielen, der Dürnbachwand und dem Schlierseespitz. Der Weg ist noch immer nicht sehr anspruchsvoll (T3-T3+) und man kommt gut voran. Nur die Sonne brennt bereits ins Genick. Den Sonnenbrand kann ich leider nicht mehr vermeiden. Der Übergang zu den beiden Gipfeln nimmt gerade einmal 30 Minuten in Anspruch. Es läuft! Wo sind die Herausforderungen?
Der Weg schlängelt sich breit und offensichtlich nach links in den Waldhang. Müsste hier nicht der Abzweig zum P.1445 sein? Tja, auch den könnte man fast übersehen. Ein geschnittener Latschentunnel zweigt scharf nach rechts und oben ab. Wenn das Harz nicht mehr an den Händen klebt steht man auch schon bald unter dem Felsaufbau von P.1445. Man könnte nun nach links in die grasigen Schrofen oder nach rechts durch eine felsigen Rinne. Klar, dass ich den Fels wähle. T5 halte ich jedoch für übertrieben. Maximal I+ würde ich dieser Stelle geben und besonders ausgesetzt ist es hier auch nicht. Noch ein paar Schritte und man kann von P.1445 den bisherigen Weg überblicken.
Der Weg zum P.1524 führt durch Latschen. Man könnte diesen Pfad als "botanisch mit Wurzelgemüse" Wirklich schwierig ist es jetzt nicht mehr. Die OSM-T5 ist arg übertrieben.
Das Schild zeigt noch eine Stunde bis zum Brecherspitz an. Es wird mir in 45 Minuten gelingen, und das trotz etlicher Luftholpausen. Der Weg ist bekannt und trotzdem habe ich viele Details schon wieder vergessen, oder verdrängt? Nur eines ist gewiss, auf dem Brecherspitz bist Du nie allein. Es ist heute sogar schwierig als Alleinreisender einen Sitzplatz zu ergattern...
Der Abstieg über den Nord-Grat ist ... gar nicht so schön. Es gibt eine ganze Reihe glatter Felsplatten, die vermutlich im Aufstieg einfacher zu bewältigen wären. So aber gehe ich tief in die Hocke und die Oberschenkelmuskeln brennen. Am Ende wird aber alles gut.
Zuletzt liefert das Navi noch einen Abkürzer, der die letzte Forststraßenkehre schneidet. Das sieht auf der Karte schnell aus, ist jedoch mit T3-4 gar nicht so schnell zu gehen. Unten treffe ich auf Leute, die ich zuvor schon längst überholt hatte.
Endlich mal wieder eine spannende Bergtour.




























