JPEG-Rezept des Monats - PORTRA & PORTRA AWB
Ein Unterschied wie Tag und Wolken...
Der Monat des quadratischen Bildformats endet. Aber darum geht es heute nicht. Der Sommer steht vor der Türe, heiß, lichtdurchflutet und gelb. Dafür gibt es nur ein passendes Rezept: KODAK PORTRA! Dieses JPEG-Rezept kommt seinem analogen Pendant, wie ich finde, am nächsten. Das ist auch gut so, denn echter Portra ist mittlerweile so teuer geworden, dass man von einem exklusiven Luxusgut sprechen könnte. Außerdem ist die digitale Ausarbeitung von analogem Portra kein Standardverfahren, sondern erfordert viel Zeit und ein gutes Auge für Farben. Der digitale KODAK PORTRA ist da viel zahmer.
KODAK PORTRA und KODAK PORTRA AWB
Beide JPEG-Rezepte gehören natürlich zu den KODAK-artigen. KODAK PORTRA AWB hatte ich bereits im März 2026 betrachtet und als Universalrezept eingestuft.
Warum braucht man dann jetzt noch ein weiteres KODAK-PORTRA-Rezept?
Tatsächlich war PORTRA das erste JPEG-Rezept, dass ca. 2021 den Weg in die FUJIFILM-Kameras gefunden hat. Die meisten Bergfotos in Sommer und Herbst entstehen mit dieser Formel. Dann nämlich liefert KODAK PORTRA die so typischen goldenen Farben, transformiert das Himmelblau in Richtung Cyan und zeichnet grüne Farbtöne so herrlich leuchted.
Das sind jedoch Eigenschaften, die im Spätherbst bei dichtem Nebel oder im Winter bei Schnee überhaupt nicht geeignet sind (Don't eat yellow snow!). Deshalb kam dan später KODAK PORTRA AWB dazu.
Hätte es nicht ausgereicht die white balance des KODAK-PORTRA-Rezepts anzupassen?
Das war tatsächlich der erste Versuch. Die Ergebnisse waren jedoch nicht ganz überzeugend. In der Nachbearbeitung mussten dann oft gleichzeitg die Farbsättigung erhöht , der Mikrokontrast herausgenommen und das Korn verstärkt werden. Und so unterscheidet sich KODAK PORTRA von KODAK PORTRA AWB nicht alleine in white balance, sondern auch in color saturation, sharpening und noise reduction.
Das
KODAK PORTRA JPEG-Rezept für X-Trans V, IV und III Sensoren:
Filmsimulation: Classic Chrome
grain effect: weak
grain size: (small)
color chrome: off
color chrome blue: off
white balance: DAYLIGHT R+4 B-5
dynamic range: DR 200%
highlights: -1
shadows: -1
color saturation: +1
sharpening: 0
noise reduction: -1
clarity: 0
Das
KODAK PORTRA
AWB
JPEG-Rezept für X-Trans V, IV und III Sensoren:
Filmsimulation: Classic Chrome
grain effect: weak
grain size: (small)
color chrome: off
color chrome blue: off
white balance: AWB R+2 B-4
dynamic range: DR 200%
highlights: -1
shadows: -1
color saturation: +2
sharpening: -1
noise reduction: -4
clarity: 0
KODAK PORTRA
Es ist einfach das Sonnenscheinrezept schlechthin! Die hier gezeigten Aufnahmen stammen von der Bergtour über den Ankelspitz und belegen recht eindrucksvoll, was die JPEG-Rezept an einem sonnigen Tag zu leisten vermag.
Man erkennt jedoch auch eine Schwäche. Das Bild vom Einstieg entstand natürlich im Schatten des Waldes. sooc haben die Farben in dieser Situation einfach nicht gepasst. Also musste nachbearbeitet werden, und zwar massiv. Die Farbtemperatur wurde von 5000K auf 3200K abgesenkt und mit -8 Rot getrimmt. Für ein JPEG-Foto ist das eigentlich schon zu viel. Das Bild passt einfach nicht zum Rest der Serie.
Manchmal ist KODAK PORTRA dennoch zu gelb. Die Korrektur ist dann jedoch eher subtil: 5000K --> 4800K.
KODAK PORTRA AWB
Heute scheint die lange Schönwetterperiode zu enden. Dicke, hohe Wolken ziehen vor die Sonne. Vor meinem Spaziergang entscheide ich mich bereits gegen KODAK PORTRA. Das Licht ist flach. Es fehlen Kontrast und Farbe. KODAK PORTRA AWB ist heute die bessere Wahl, wenngleich ich doch eigentlich Bilder zur Vorstellung von KODAK PORTRA sammeln wollte.
KODAK PORTRA für NIKON Kameras
Ja, das gibt es jetzt auch. Wie sollte es anders sein, basiert dieses Rezept auf dem Picture Control Portrait. Anders als beide FUJI-Rezepten, lassen sich hier wesentliche Änderungen über den Abgleich der white balance herbeiführen. Bei Tageslicht sind 6670K der Ausgangspunkt. Im Schatten geht man oft bis 5000K herunter. Bei Kunstlicht haben sich 3130K bewährt. Bei fast allen künstlichen Lichtquellen bleibt dann ein warmer Bildeindruck erhalten. Bei Neonlicht muss man experimentieren.
Dennoch, wie ich es empfinde, geht nichts über die FUJIFILM-JPEG-Rezepte. But that's just personal taste.
Das KODAK-PORTRA-JPEG-Rezept für die NIKON Z5:
Picture Control: Portrait
Qick Sharp: 0
Sharpening: +2,00
Mid-Range Sharp.: +1,00
Clarity: +2,50
Contrast: -0,25
Brightness: +1,50
Saturation: +0,0
Hue: -2,50
Active D-Lighting: L
High ISO NR: L
WB daylight: 6670K
WB tungsten: 3130K
ISO: <=800
grain in Capture One: Weiches Korn, Stärke=25, Körnigkeit=55



















