Ein eigenes JPEG-Rezept - Fuji Pro 400H
My own tune!
Fujicolor Pro 400H gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr als analogen Film. Der Film müsste um 2020 vom Markt verschwunden sein, als bestimmte Chemikalien nicht mehr verfügbar waren und Fujifilm die Produktion einstellen musste. Seither versuchen digitale Enthusiasten Pro 400H durch JPEG-Rezepte nachzuahmen. Ganz so einfach scheint das jedoch nicht zu sein.
Vorgeschichte
Bisher habe ich JPEG-Rezepte immer im Internet gefunden und dann eine Auswahl getroffen. Bei der Suche nach einem JPEG-Rezept ist Ritchie Roesch's fujixweekly.com natürlich die erste Adresse. Insgesamt vier Rezepte findet man dort für den Fujicolor Pro 400H:
1. X-T20 Fujicolor Pro 400H Film Simulation Recipe
2. 7 New Fujicolor Pro 400H Film Simulation Recipes
3. X-T30 Fujicolor Pro 400H Overexposed Film Simulation Recipe
4. Fujifilm X100V (X-Trans IV) Film Simulation Recipe: Fujicolor Pro 400H
Das 4. Rezept gefällt mir persönlich am besten, funktioniert jedoch nur mit zwei meiner Fotoapparate, weil es die CLASSIG Neg. Filmsimulation benötigt. Die gibt es leider erst seit der X100V. Die übrigen Rezepte habe ich alle ausprobiert, leider nur mit mäßigem Erfolg. Die Ergebnisse sind oft zu rotstichig und die Schatten eher bräunlich. Das war der Anstoss dafür, doch einmal selbst ein JPEG-Rezept zu kreieren.
Ich hatte gerade einen Weg gefunden, wie ich Eigenschaften CLASSIC Neg. zunächst auf PRO Neg. Hi übertragen kann. Von dort aus habe ich mich dann, soweit möglich, versucht Rezept Nr. 4 anzunähern. Mit einem ersten Entwurf 'meines' Pro 400H mache ich mich auf zu einem Spaziergang.
Anfangs bin ich noch nicht ganz überzeugt. Die Bilder erscheinen noch zu warm und insgesamt flau. In einem ersten Schritt erhöhe ich die Farbsättigung von +1 auf +2. In einem Akt der Verzweiflung modifiziere ich dann mehrfach den Weißabgleich. Von 6300K R+2 B+2 gelange ich zuletzt zu 5600K R+2 B+5. Jetzt passt es vorerst.
Bei Kunstlicht wählt man einfach 2800K R+2 B+5 und bei bewölktem Himmel 4800K R+2 B+5.
Mit diesem heute gewonnenen Stand werde ich unverändert in die Nächsten Fotospaziergänge starten. Wenn sich das bewährt, dann wird FUJI PRO 400H voraussichtlich das JPEG-Rezept des Monats April.
Das KODAK PORTA AWB JPEG-Rezept für X-Trans V, IV und III Sensoren:
Filmsimulation: Negative Pro Hi
grain effect: weak
grain size: (small)
color chrome: (weak)
color chrome blue: off
white balance: 5600K, 4800K, 2800K R+2 B+5
dynamic range: DR 400%
highlights: -2
shadows: +2
color saturation: +2
sharpening: -1
noise reduction: -1
clarity: -
Belichtungsspielraum
Dieses JPEG-Rezept erlaubt die Variation der Belichtung mit einem großzügigen Spielraum. Es wird nur selten gelingen PRO 400H überzubelichten. Ein schöner Nebeneffekt dieses Rezeptes ist, das man die Bildwirkung erheblich durch die Wahl der Belichtung beeinflussen kann.
Bei +2/3 EV erhält man tiefe Schatten und starke Mitteltonkontraste.
Ab +1 1/3 EV Überbelichtung werden die Farben leicht und Strukturen ver-schwimmen im Licht, ohne dass die Lichter ausbrennen.
Alleine durch Drehen an der Belichtungskompensation lassen sich so aus einem JPEG-Rezept noch viele weitere Varianten herstellen!
Und NIKON Kameras?
Ja, das könnte sehr schwierig werden.




































