Osterwanderung an der Amper

Zwischen Allershausen und Kirchdorf

Schon lange bin ich mit meinem Amper-Projekt im Rückstand. Im Vergangenen Jahr 25 war ja der Versuch, die Amper von ihrer Mündung aus anzugehen, an einer fehlenden Treppe gescheitert. Auf zu einem neuen Versuch, dieses mal von Allershausen aus.

Warum Allershausen? Da weiß ich wenigstens, wo ich das Auto parken kann. Ansonsten versprechen die vor mir liegenden ca. 13 km einige Ungewissheit. Da soll z.B. eine Brücke überquert werden, die ich auf dem Satellitenfoto partout nicht erkennen kann. Ein anderes Mal ist in der Karte eine Furt über einen Bach verzeichnet. Keine Ahnung, wie tief die sein mag und ob ich bereit sein werde mir die Socken nass zu machen. Nicht zuletzt ist da noch ein Hügel, dessen Überquerung mir ca. 2 km Asphalt-Hatscher ersparen könnte. Nur fehlen da in der Karte eine ganze Menge notwendiger Wege.

Wenn das Universum wieder einmal gegen mich ist, dann können aus den 13 km heute schnell noch 20 km werden.

geografische Einordnung:


erreichte Gipfel:

weitere Wegepunkte:

Talort(e):


Schwierigkeiten:

Höhendifferenz Aufstieg/Abstieg:

Distanz:


Zeitbedarf inkl. Pausen:

Voralpenland - Amper


-/-

-/-

Allershausen, Kirchdorf


Wandern: T2        Klettern UIAA: -/-         Klettersteig: -/-         Schneeschuhe: -/-

150 m / 150 m

13,3 km


03h50m

Los geht es am Amper-Knie nordöstlich von Allershausen. Ich wechsle über die bequeme Fußgänger auf das Nordufer über. Die Pfadspur wird schon jetzt deutlich schmaler und führt durch eine Ansammlung von Weiher oder Tümpeln - so genau kann ich das nicht zuordnen - hindurch. Die OSM verliert hier erstmals die Spur. In der Realität gibt es die Verbindung zwischen der Pfadspur und einem Feldweg jedoch, und zwar mehr als deutlich. Ein frühes Scheitern ist heute damit bereits ausgeschlossen. Wobei, ein spätes Scheitern wäre doch viel schlimmer?!


Südlich von Nörting befindet sich ein Wehr, das auch am Ufer durch Schilder angekündigt wird. Gleich dahinter soll eine Brücke über einen seitlichen Zufluss führen. Langsam werde ich nervös, weil man so weit und breit gar nix davon erkennen kann. Dann jedoch, auf Höhe des Amper-Wehrs, erkenne ich zwei Bänke und direkt dahinter führt der schmale Weg nach unten und mündet in die versprochene Brücke. Geht doch. Die große Freude über den eingesparten Umweg verleitet mich zu meinem ersten Wasserfallfoto in diesem Jahr.


Ab hier wird die Orientierung deutlich anspruchsvoller. Die Pfadspur verschwindet oft gänzlich oder man kann sie mit zahlreichen Wildwechseln, die meist im Dickicht enden, verwechseln. So holpere ich auf ein Wäldchen zu, in dem sich die besagt Furt befinden soll. Gelangt man an die Mündung des Otterbachs (Otternasen?) in die Amper, so muss man sich kurz nach Norden wenden und einige Meter am Bach entlang gehen. Der Otterbach ist hier irgendetwas zwischen knietief und hüfttief. Und hier soll eine Furt sein? Man mag es kaum glauben, doch dann treffen Kartenwelt und Realität in einem ganz schmalen Streifen seichten Wassers aufeinander. Im hohen Gras kann man die Stelle leicht übersehen. An der tiefsten Stelle ist das Wasser etwa wanderstiefeltief. Einen Schritt in den Rand der Furt und einen beherzten Sprung auf die matschige, gegenüberliegende Seite weiter ist das Hindernis überwunden. Das erspart mir ca. 1,5 km Umweg.


Südlich von Kirchdorf werde ich gezwungen um einen Altarm der Amper herumzuzirkeln. Der Abschnitt ist sehr unangenehme. Auf etwa 200 m Weglänge zwängt man sich zwischen Dornengebüsch zur Rechten und einem geladenen Elektrozaun zur Linken hindurch. Diese Gasse ist gerade einmal 60 cm breit. Im Zweifelsfall würde ich mich für die Dornen entscheiden, weil ich ja keine ESD-Schuhe anhabe.


Von Schnotting aus könnte ich einfach 2 km auf einer Asphaltstraße abspulen. Ich steige dann doch lieber ins Freisinger Hügelland auf. Zahlreiche Rückewege erleichtern das Vorankommen. Einer mündet in eine frisch geschlagene Lichtung. Ich folge dieser bis zur absoluten Weglosigkeit. Nun muss ich weglos in einen Graben mit steiler Böschung absteigen (T2!) und durch dicht stehende junge Bäume hindurch, um dann plötzlich auf einen Feldweg zu treffen, den es in der Karte gar nicht gibt. Der könnte mich vielleicht bequem in Richtung Tünzhausen führen. Wieder einmal Glück gehabt.


Der Rest ist schnell erzählt. Der Feldweg führt auf die Verbindungsstraße Schnotting - Tünzhausen. Dort kann ich mich noch einmal der Amper nähern, bevor der mich das Wegesystem bequem durch eine Ansammlung von Fischweihern zurück nach Allershausen bringt. Nach 13,3 km ist die erfolgreiche Fortsetzung des Amper-Projekts endlich gelungen. Geht doch, Universum!


Zing • 6. April 2026