Frühjahrstour - Laber
Laber nicht, ich Laber doch nur!
Die Berge waren doch mal meine große Leidenschaft. Jetzt habe ich immer weniger Lust auf die nahen Berge. Man kennt eben schon alles, irgendwie, nicht wahr?
Mein Bauch wird auch schon immer runder. Ich brauche Bewegung, habe keine Lust auf eine elend lange Autofahrt. Mit dem Schlenker über die Laberalm könnte ich dabei sogar einen Weg gehen, den ich noch nicht kenne.
Vier Stunden Parken kosten 5,- €, ein ganzer Tag 7,- €. Weitere Auswahlmöglichkeiten lässt der Automat nicht zu. Weil ich geizig bin und die sportliche Herausforderung suche, wähle ich die Option zu 5,- €.
Frisch ist es am Morgen, als ich in das Tal der Grünen Laine einbiege. Immerhin kommt man dort gut voran, da man die allfälligen Eisplatten auf der Forststraße meist bequem am aperen Rand umgehen kann. Der Bärenbadflecken ist so, nach kurzer Seitwärtsbewegung im Wald, bereits nach 45 Minuten erreicht. Ab jetzt ist die Schneedecke jedoch durchgängig geschlossen. Zunächst versuche ich mein Glück noch ohne Hilfsmittel, muss jedoch in einer steileren Passage die Schneeketten (don't call it Grödel) anlegen, um schneller vorwärts zu kommen. Ich habe ja nur vier Stunden Zeit.
Oberhalb des Soilasees ist Direttissima angesagt. Der Schnee ist noch knochenhart und ein entspanntes Zickzack deshalb nicht möglich. Ich folge der steilen Spur und muss schon sehr pusten. Stellenweise werden 35° Neigung erreicht. Eine Horde laut labernder Frauen mit stillen Hunden ist mir nun auf den Fersen. Mit der Stille am Berg ist nun Schluss.
Nach 1h und 58 Minuten erreiche ich die Bergstation. Nun, das Zwischenziel war ja unter zwei Stunden. Die obere Aussichtsplattform ist nun wieder hergerichtet. Ein schöner Sonnenplatz, wenn nicht der Geruch von altem Frittenfett die Lüftung des Restaurants verlassen würde.
Abstieg, denn es ist keine Zeit zu verlieren. Der Rückweg über die Laberalm lohnt sich, wenngleich ab der Soila Alm zunächst ein Gegenanstieg von gut 100 Hm zu leisten ist. Der Ausblick auf das Laberköpfl ist dafür unbezahlbar. Die Erinnerung an eine wunderbare Klettertour zusammen mit Wolfgang wird wieder wach. Doch ich muss mich sputen, vielleicht lauert ja schon die Oberammergauer Dorfpolitesse vor meiner Windschutzscheibe und hofft auf meine winzige Verspätung. Nur zwei Minuten bevor die Parkdauer von vier Stunden abläuft, bin ich zurück auf dem Parkplatz.



















