Müritz - Von Sembzin über Klink nach Waren
Endlich ein Blick über das kleine Meer
Jetzt steht dort seit Tagen Müritz in der Überschrift, aber die echte, tatsächliche, wirkliche Müritz habe ich überhaupt noch nicht gesehen. Das soll sich wenigstens am letzten Tag ändern. Bei der Wanderung von Sembzin über Klink nach Waren sollten sich einige Blicke auf das kleine Meer erhaschen lassen.
Die Busfahrt nah Sembzin gleicht einer Stadtrundfahrt durch West-Waren, vorbei an riesigen Plattenbauten, der MMG und der Müritz Milch GmbH. Endlich kommt der Bus in Sembzin an. Diese Bushaltestelle ist möglicherweise eine der traurigsten ihrer Art. Dazu kommt noch, dass nun das Wetter umschlägt. Eine dicke, schwarze Wolkenwand nähert sich aus Westen und ganz unvermittelt setzt Starkregen ein. Unter zwei Nadelbäumen und der argwöhnischen Beobachtung durch die hiesigen Wachhunde suche ich einen spärlichen Schutz auf.
Der Regen lässt nach, aber ich breche wohl zu früh auf bzw. freue mich zu früh. Über einen kleinen Hügel will ich endlich das Ufer der Müritz erreichen, aber der Regen erreicht mich schneller. Es läuft heute Nachmittag nicht so gut, also für mich. Der Regen läuft ja ganz gut ...
Von den vier Stunden Gesamtgehzeit werde ich eine ganze Stunde alleine nur mit Warten unter großen Bäumen verbringen und dabei hatte der Tag so gut angefangen.
Wenigsten eine Mission lässt sich erfüllen: Der Blick über die Müritz hinweg. Einmal, ein großer Schauer ist gerade abgezogen, ist der Blick bis Hafendorf möglich. 30 km Luftlinie sind immerhin ausreichend, um die Krümmung der Wasseroberfläche infolge der Erdanziehung nachzuweisen! Die Erde ist keine Scheibe, sondern ein Rotationsellipsoid.
Der notwendige Schlenker zur Eldenburger Brücke über den Reeckkanal ist ein notwendiges Übel. Ich hätte das ganze gerne durch einen Abstecher nach Bellevue aufgefrischt, aber meine Motivation reicht nicht mehr aus, um mich über die Auf-eigene-Gefahr-Schilder hinwegzusetzen.
Nach der Müritz kommt nur noch die Binnenmüritz. Zum Schluss der Wanderung kommt dann endlich wieder die Sonne heraus. Welch ein Hohn und Spott!
Diese Reise hat genügt und ist nun vorbei. Ich mag heute nur noch duschen, packen und ein Fischbrötchen essen. Mal schauen welcher Fisch heute vom Himmel in die Fritteuse gefallen ist ...
Resümee der Müritz-Reise
Die Mecklenburgische Seenplatte war einmal eine andere Art von Reise, als ich sie sonst unternehmen würde. Ich habe nun die Gewissheit, dass mir das Meer und Steilküsten eher zusagen. An der Müritz fehlte mir schlicht die dritte Dimension bzw. ist diese hier nicht so ausgeprägt, wie es mein Gemüt verlangt. Als Bergmensch kann man mit den Klippen Bornholms einfach besser umgehen. Ich hatte hier aber auch Glück. Noch waren nämlich nicht die Mücken geschlüpft. Der Müritz Nationalpark könnte dadurch sehr anstrengend werden.
Und was ist mit Waren oder Plau am See als Zwischenstation auf dem Weg zur Küste? Bis Rostock dauert die Fahrt ca. eine Stunde, bis zum Fähranleger Sassnitz/Mukran immerhin noch zwei Stunden. Mit allen Pufferzeiten für eventuelle Staus oder das obligatorische Bunkern bei Aldi lohnt sich ein Zwischenstopp hier nur dann, wenn die Fähre nach 12:00 Uhr Mittag ablegt.
Auf der Rückfahrt in den Süden wäre ein Zwischenstopp hier jedoch sinnvoll. Mal schauen, vielleicht wird es beim nächsten Mal ja Plau am See ...









































