Rügen - Kap Arkona
Ein Sehnsuchtsort?
Während der DDR-Zeit war Kap Arkona militärisches Sperrgebiet und damit für Touristen tabu. Wohl auch deshalb werden viele Ossis auch heute noch feucht im Schritt, wenn sie von Kap Arkona schwärmen, diesem unerreichbaren Ort, der nur für die Gleicheren unter den Gleichen zugänglich war.
Heute ist das alles anders, nur eben nicht besser. Wer sich die 9,- € Parkgebühr leisten kann ist schon auf dem besten Weg zum scheinbaren Sehnsuchtsort, der jährlich von ca. 800.000 Besuchern aufgesucht wird. Exklusiv ist da gar nix mehr.
Der Besuch des Peilturms, des Marinemuseums oder Leuchtfeuers kosten jeweils extra. Wenn alles aus dem Westen auch Mist ist, aber Kapitalismus und Abzocke haben die Ossis schnell gelernt.
Wie dem auch sei, mit leerem Geldbeutel und zwei Kameras ziehe ich los zu meiner Runde auf Kap Arkona. Das Dorf Vitt inspiriert mich kaum. Eine Pfälzer Gerontenradlertruppe belagert den Strand mit neongelben Windjacken und umgestürzten Fahrrädern.
Richtig spannend wird es erst auf dem weiteren Weg entlang am Strand, an genau dem Punkt, wo man auch umkehren sollte. Das überhängende Gemergel bietet tausenden Schwalben Wohn- und Brutstätten. Die Flugschau der flinken Mehlschwalben verdreht mir den Kopf. Wenn ich mal wiedergeboren werde, dann gerne auch als männliche Mehlschwalbe.
Weiter aufs Kap und ganz schnell wieder weg. Das ist nicht mein Ort. Man sieht kaum etwas, weil der Bewuchs so hoch steht. Will man höher hinaus, dann kostet es gleich Geld. Auf den Hammerodde Fyr konnte man für umme!
Gellort, der nördlichste Punkt Rügens, ist dann schon wieder normal. Nur wenige wollen die Höhe des Hochufers verlieren. Deshalb lohnt sich der Abstieg und der Besuch des Siebenschneidersteins. Und dann geht man um das Kap herum und findet mit der Ruine des alten Pegelturms auch einen weiteren lost place, der nur wenig Schweiß kostet, jedoch umso sehenswerter ist.
Ich schaue noch lang den Wellen zu. Dabei übersehe ich, dass es in meinem Rücken dunkel wird, sehr dunkel. Ein Gewitter zieht auf. Jetzt muss es schnell gehen., um einen sicheren Unterstand zu finden. Der Rest ist ein halbe Stunde Geduld.
Opel taugt nichts und schon gar nicht der Opel Arkona!




















































