Wann welches JPEG-Rezept?
Nicht das Motiv zum Rezept, sondern das Rezept zum Motiv!
Üblicherweise wähle ich das JPEG-Rezept vor dem Fotografieren aus, womit das gewählte JPEG-Rezept Einfluss auf die Wahl des Motivs nimmt. Was aber, wenn man diesen Prozess umkehrt? Bestimme das Motiv und wähle dann das passende JPEG-Rezept dazu aus! Diese kleine Fingerübung ist eine gute Vorbereitung zur geplanten Sonderausgabe über JPEG-Rezepte. Schließlich müsste man ja eine Idee dazu liefern, in welcher Situation welches Rezept vorzugsweise anzuwenden ist...
Alle 6 Rezepte im Vergleich
An diesem profanen Motiv kann man alle Rezepte einmal ausprobieren. Meine persönlich Einschätzung war, dass FUJI SUPER HG oder Portra AWB am besten geeignet seien. Beim FUJI SUPER HG lag ich richtig. Die beiden Protra-Rezepte geben einfach eine zu warme Stimmung wieder. KODAK ProImage funktioniert nur dann gut, wenn grüne und rote Elemente gleichermaßen gewichtig sind. Die grünen Moosfüße der Bäume reichen nicht dazu nicht aus. FUJI Pro 400H ist ein farbenfrohes Rezept, dass viel Sonnenlicht benötigt, obwohl das Rezept mit einer AWB zumindest theoretisch als Allrounder erscheint.
ACROS als S/W-Rezept ist eigentlich nicht mit den anderen JPEG-Rezepten vergleichbar. Dennoch war klar, dass dieses Rezept mit hohem Dynamikumfang in diesem flachen Licht ungeeignet sein wird. Die s/w-Rezepte der NIKON Z5 sind in solchen Situationen denen der FUJIs überlegen...
ACROS - der s/w-Allrounder
Schwarzweiß ist keine Lösung, die für alle Motive geeignet ist. Wer sich von vornherein für Schwarzweiß entscheidet, der muss Motive suchen, die entweder über einen starken Hell-Dunkel-Kontrast verfügen oder eine breite Palette von Grautonabstufungen bedienen. Das ACROS-Rezept ist für beide Situationen geeignet, bedarf aber deshalb auch meist einer Nachbearbeitung, um beiden Aufgabenstellungen gerecht zu werden.
FUJI SUPER HG - die Schlechtwetterüberraschung
Der FUJI SUPER HG diente mir ursprünglich als Kunstlichtrezept. Das gilt auch heute noch, wenngleich FUJI SUPER HG seit Bornholm eine weitere Bestimmung hinzugewonnen hat. Was damals ein Versehen war, ist heute Programm. Das FUJI SUPER HG-Rezept ist bestens für graue, bedeckte Tage geeignet.
Der kaltneutrale Weißabgleich dieser Rezeptur betont eine gewisse Melancholie, ohne dabei düster und farblos zu erscheinen. Im Gegenteil, SUPER HG kann, abhängig vom Motiv, durchaus satte und frische Farben hervorbringen.
Die Nachttauglichkeit könnte ich demnächst einmal nach der Arbeit unter Beweis stellen. Ein viel zu selten verwendetes JPEG-Rezept ...
FUJI Pro 400H - Impressionismus par execellence
Dieses Rezept ruft nach Sonnenschein und bunten Farben. Beides hatte dieser eher graue Morgen nur bedingt im Angebot. Entsprechend gering ist die Ausbeute. Einzig das Panorama von Weyhern zeigt ansatzweise die Stärken des FUJI Pro 400H. Das geht auch besser, aber nur mit Sonnenlicht!
KODAK ProImage, KODAK Portra, KODAK Portra AWB - ohne Sonne schwierig
Bisher hat kein KODAK-Rezept bei bedecktem Himmel richtig gut funktioniert. Die sehr warme whitebalance verdirbt ein wenig die graue Stimmung. Allenfalls das ProImage-Rezept kann noch punkten, sofern ausreichende Blau-Rot- oder Grün-Rot-Kontraste im Motiv vorhanden sind.
Heute ist kein KODAK-Tag!



















