Oslo - shift & wide

Praxistest auf einer Städtereise

Shift Objektive sind mein Ding. Für Fujifilm X ist jedoch kaum ein nennenswertes Angebot am Markt verfügbar. Fuji hat nichts auf Linecard oder Roadmap. Samyangs 24mm shift ist kaum besser als ein T/S-adaptiertes Vintage-Objektiv. Nur Laowa hat ein vorhandenes FF-Weitwinkelzoom für Shift und die Verwendung an APS-C-Sensoren modifiziert. Ich musste einfach zugreifen. Und, taugt das was in der Praxis?

Kamera:

Objektiv(e):


Filmsimulation:

Film:


sonstige Ausrüstung:

FUJIFILM X-T3 & X-T20

LAOWA CF 12-24mm F5.6 Zoom Shift


ACROS, PORTRA AWB

-/-


Wasserwaage, KEIN Stativ

Ein Morgenspaziergang


An diesem grauen Morgen in Oslo hadere ich mit der Wahl eines geeigneten JPEG-Rezeptes. Farbe lohnt sich kaum und nach zwei Farbbildern wechsle ich für den Rest des Tages zu Schwarzweiß. Keine so schlechte, wenn es um Architektur und klare Formen geht.


Mein Objektiv-Exemplar weist eine minimale Dezentrierung auf. Der äußerste rechte Rand ist in Regellage etwas mushy. Bei Offenblende f/5,6 oder auch noch f/8 fällt das bei Brennweiten <= 16mm mir leider auf. An diesem Morgen ist es mangels Licht besonders schlimm. Bei f/11 müsste ich in der "grauen Suppe" eigentlich auf ISO6400 gehen. Die Entscheidung zwischen Abblenden oder Öffnen kommt der zwischen Pest und Cholera gleich...

Vielleicht ist das aber auch nur Klagen auf hohem Niveau.

Was vom Tage übrig blieb


An und auf(!) der Oper kann ich das Shift-Objektiv so richtig ausprobieren. Viele klare Linien sind geeignet, um mögliche Verzeichnungen zu entlarven. Das Ausrichten der Kamera mit einer Wasserwaage im Sucherschuh funktioniert übrigens hervorragend. Auf ein Stativ kann man verzichten, und manchmal findet man ja auch einen Sims, auf dem man die Kamera auflegen kann.


Mittags gibt's mehr Licht. Fast alle Bilder entstehen bei ISO400 und f/11 oder f/16. Die einfache Regel: <= 16mm: f/11 und > 16mm: f/16. Bei Brennweiten zwischen 12-24mm genügen Belichtungszeiten von 1/60s, um Verwackelung auszuschließen.


Allerdings zerrt das Gewicht des Objektivs von immerhin 575g am Ende des Tages schon sehr am Kameragurt.

Ein kurzes Fazit: Die offensichtlichen optischen Schwächen dieses Weitwinkel-Zoom lassen sich durch Abblenden - zumindest in praxisrelevanter Hinsicht - deutlich reduzieren. In diesem, meinem Fall treten die Schwächen des Fotografen deutlicher hervor als die des Objektivs. Da hilft nur üben, üben, üben.

Ein Einsatz im Rahmen einer Kurzreise ohne Stativ ist möglich, solange ausreichend Licht vorhanden ist. Andererseits unterstützt ein Stativ die sorgfältige Bildkomposition, die gerade mit so extremen Weitwinkelobjektiv (12mm!) gar nicht so leicht fällt. Ein nur um wenige Zentimeter veränderter Standpunkt verändert das gesamte Bild. Zing muss mehr üben!

Zing • 14. März 2026