Der Schönberg und der alpine Jahresrückblick 2025
Vor 12 Jahren endete mein Bergjahr am 31.12.2013 mit und auf Schneeschuhen auf dem Schönberg. Auch das Bergjahr 2025 beginnt am 03. Januar mit einer vielversprechenden Schneeschuhtour auf Hochfluder und Zunteregg. Es hatte geschneit und der Winter hätte schneereich werden können. Wurde er aber nicht. Nach ein paar Tagen war die weiße Pracht verschwunden. Die Tour heute verläuft ganz ähnlich. Nur spärliche Schneereste in Schattenlagen deuten an, dass hier vor zwei Wochen der Schnee noch 30 cm hoch lag. Der Winter scheint erneut auszufallen.
Apropos Ausfallen, im Februar gab es gar keine Bergtour von mir. Nix, nada, niente! Für Schnee hätte ich zu weit fahren müssen und zu einer Streckenwanderung in der näheren Umgebung fehlten mir Lust und Gelegenheit.
Nun führt der Weg durch dichten Bergwald. Das erinnert mich an die einzige Bergtour des März 25. Damals ging es auch auf steilen Wegen durch den Bergwald, die Schneeschuhe am Rucksack befestigt und dem Grünen Ups entgegen. Bis zum Grünen Ups trägt mich der harte Altschnee auch ohne Schneeschuhe. Zuletzt ist sogar noch der Abstecher zur Upsspitze drin, mit, jedoch nicht auf Schneeschuhen. Für den Rest des Jahres habe ich die Dinger im Keller verstaut.
Ich kreuze einen breiten Fahrweg. Die Stelle kommt mir irgendwie bekannt vor. Kann man sich nach zwölf Jahren wirklich noch an eine Kreuzung im Wald erinnern? Naja, vielleicht verwechsele ich das auch mit Schergenkopf und Rabenkopf, den altbekannten Touren aus des Aprils.
Im Mai dann endlich Neuland. Pünktlich zum Maifeiertag geht es auf den Vilser Kegel. Endlich Neuland! So auch am letzten Tag des Mai. Die erste ruppige Bergtour des Jahres. Bis zum Litnisschrofen war's noch relativ harmlos. Am Strindenschartenkopf wurde es dann "kriminell". Die Schwierigkeiten haben sich im Laufe des Jahres noch etwas gesteigert, aber so einen bösen Brösel habe ich zum Glück nicht mehr erleben müssen. Mittlerweile habe ich auch Maria Eck erreicht und frage mich, warum der Übergang zum Seekarkreuz mit einem schwarzen Punkt versehen ist. Das werde ich probieren, aber nicht heute. Sonst endet die gemütliche Jahresabschlusstour am Ende noch im steilen Brösel...
Ende Juni und ein peinliches Geständnis. Zwei Touren habe ich bis heute nicht in dieses Tourenbuch eingetragen. Eine davon führte sogar auf den höchsten Stubaier Gipfel. Keine Ahnung, oder doch, ja eine habe ich. Die Erschöpfung war vielleicht zu groß. Der Sommer war heiß. Vielleicht sind meine Hirnzellen auch einfach ausgeflockt. Zudem musste ich am Zuckerhütl weinen. Wo sind nur der ganze Schnee und das Eis hin? Erstmals zweifle ich an meinem Tun und am Bergsteigen allgemein. Auch die langersehnte Begehung des Hindelanger Klettersteigs wenige Tage später kann daran nicht mehr viel ändern.
In leichtem Auf und Ab geht es auf der Schattenseite weiter zum Schönberg. Eine Schneekuppe baut sich steil vor mir auf. Noch 30 Hm bis zum Gipfel. Ich genieße den Rundblick und kann sogar Delps- und Baumgartenjoch am Horizont ausmachen. Alte Bekannte aus dem Berg-Juli, der mir immerhin zweieinhalb Neutouren zu bieten hatte.
Der August ist sonst eigentlich immer der beste Bergmonat eines Jahres gewesen. Nur dieses Jahr ist es ganz anders. Zweieinhalb verregnete Wochenenden, da ist es schon ein kleines Wunder, dass immerhin der Ostgrat des Hinteren Sonnwendjoch gelingen konnte.
Bornholm hat mich verändert. Im September ging es auf die Ostseeinsel und ich durfte erfahren, dass man für Bergsport nicht unbedingt die Alpen benötigt. Ein paar Felsen an der Steilküste tun es auch. Und wer kann schon nach dem Bouldern Fischbrötchen essen? Zing kann auch ohne Berge glücklich sein!
Der Oktober 2025 war ein alpine Pleite. Anstelle von goldenem Herbst gab es graue Tage und nassen Regen. Keine Tour, nicht einmal ein kleine vor der Haustüre. An grauen Tagen ist es wohl nur auf Bornholm schön.
Am 3. November geht es auf sehr steilem Pfad auf die Bodenschneid. Auch auf den Schönberg führt ein steiler, unmarkierter Pfad, über den gerne die Parapiloten mit ihren großen Rucksäcken aufsteigen. Ich nehme diesen Weg heute als Abstieg und wundere mich, welch ruppige Bergwanderungen in den ansonsten zahmen bayerischen Voralpen immer noch möglich sind. Und so endet bei zahlreichen Plusgeraden die wahrscheinlich letzte Bergtour des Bergjahres am 14. Dezember 2025 im sonnigen Tal. Bereits bei Bad Tölz werden heute alle wieder in den dichten Nebel eintauchen...
Die Tour auf den Schönberg und mein gesamtes Bergjahr sind durch ein gewisses Muster miteinander verbunden. Erstmals stehen die Berg nicht mehr ganz oben auf meiner Liste und manchmal muss ich mich aus dem Bett quälen, durch dunklen, langweiligen Wald aufsteigen, um dann nur für kurze Zeit ein paar Sonnenstrahlen einfangen zu können. Vielleicht ist meine intensive Bergzeit einfach vorüber. Aber warum dagegen ankämpfen? Man kann immer neu anfangen!


















